Pflanzen statt Luftreiniger?

Pflanzen können die Raumluft reinigen und filtern

Zimmerpflanzen sind nicht nur eine schöne Dekoration, sondern bieten auch ein natürliches Ambiente und können Luftreiniger oder Luftwäscher sinnvoll ergänzen bzw. sogar ersetzen. Gerade Pflanzen aus tropischen Gegenden besitzen oft gute Fähigkeiten, Schadstoffe aus der Luft zu filtern und abzubauen. Gleichzeitig produzieren sie Sauerstoff und befeuchten die Luft. Wir zeigen Ihnen, welche Zimmerpflanzen besonders effizient wirken und echte Schadstoffkiller sind.

Zimmerpflanzen als lebende Luftreiniger

Viele Einrichtungsgegenstände sind mit künstlichen Klebern, Lacken und Farben versehen. Die in ihnen enthaltenen Schadstoffe geben Fußbodenbeläge, Wandfarben und Möbel nach und nach an die Raumluft ab und belasten sie dadurch. Krebserregendes Formaldehyd ist zum Beispiel Bestandteil vieler Klebstoffe, während der Weichmacher Trichlorethylen im Schaumstoff von Polstermöbeln und Benzol im Zigarettenrauch enthalten sind. Um gegen diese Schadstoffe vorzugehen, kann man die Kraft der Natur nutzen und so teure Klimageräte ergänzen bzw. ersetzen.

Studien zufolge dienen Zimmerpflanzen nicht nur bestens dazu das Wohlbefinden und die Zufriedenheit zu erhöhen, sondern können auch Staub filtern, den Schall reduzieren, das Raumklima verbessern und Schadstoffe binden.

Forscher der NASA und anderer renommierter Institutionen bewiesen, dass Zimmerpflanzen Substanzen aus der Luft filtern können, indem die Blätter und Wurzeln der Pflanze Gase aufnehmen. Viele Schadstoffe werden ebenfalls über die Blätter und teilweise über die Wurzeln aufgenommen und durch Wurzelmikroben sowie Enzyme in den Pflanzenblättern zerlegt. Einige wie das Nikotin werden jedoch nicht zerlegt, sondern in der Pflanze angereichert.

Zur Reinigungsleistung kommt die Verdunstung durch die Topfpflanzen. Dadurch wird die Luftfeuchtigkeit, die gerade in der Heizperiode oft zu niedrig ist und Reizhusten verursachen kann, angehoben. Zimmerpflanzen können die Luftfeuchtigkeit je nachdem, wie häufig gegossen wird, um etwa 5 % erhöhen.

Achtung: Eine zu große Luftfeuchtigkeit kann insbesondere in kühlen Räumen zur Bildung von Schimmel führen. Achten Sie daher darauf, eine Luftfeuchtigkeit von etwa 55 % nicht zu überschreiten.

Welche Zimmerpflanzen sind besonders gut geeignet?

Pflanzenexperten zufolge sind fast alle Pflanzen in der Lage, Formaldehyd und andere Schadstoffe abzubauen. Einige Zimmerpflanzen sind jedoch besonders empfehlenswert, da sie eine größere Entgiftungsleistung erbringen. Vor allem vitale Pflanzen mit großer Blattmasse können besonders viele Schadstoffe aufnehmen.

So sollte Efeu zum Beispiel in keinem Raucherhaushalt fehlen, da die Kletterpflanze sehr viel Benzol abbaut. Wie das Einblatt und die Grünlilie ist der Efeu aber auch ein echter Alleskönner und absorbiert neben Benzol Kohlendioxid, Formaldehyd, Trichlorethylen besser als die meisten anderen Pflanzen.

Die Abbauleitung der Pflanzen hängt übrigens auch mit den jeweiligen Lichtverhältnissen zusammen. Die Efeutute und der Drachenbaum können Schadstoffe auch an dunkleren Standorten optimal abbauen, während andere Pflanzen hier weniger leisten.

Eine Übersicht darüber, welche Schadstoffe einige der beliebtesten und effizientesten Zimmerpflanzen abbauen, finden Sie hier:

Efeu (Hedera helix)
  • Benzol
  • Trichlorethylen
  • Formaldehyd

Einblatt (Spathiphyllum spec.)
  • Aceton
  • Trichlorethylen
  • Benzol
  • Formaldehyd

Grünlilie (Chlorophytum comosum)
  • Formaldehyd
  • Benzol
  • Toluol

Birkenfeige (Ficus benjamina)
  • Formaldehyd

Baumfreund (Philodendron)
  • Formaldehyd
  • Pentachlorphenol
  • Benzol
  • Toluol

Bogenhanf (Sansevieria)
  • Benzol
  • Toluol

Drachenbaum (Dracaena)
  • Formaldehyd
  • Benzol
  • Trichlorethylen

Efeutute (Scindapsus aureus)
  • Benzol
  • Trichlorethylen
  • Toluol
  • Nikotin

Einige Pflanzen können bestimmte Schadstoffe besser aufnehmen. Daher ist ein Pflanzenmix stets sinnvoll. Je mehr Pflanzen, desto besser. Die Auswahl sollte jedoch nicht nur von der Leistungsfähigkeit der Pflanzen abhängen, sondern auch vom eigenen Geschmack und dem jeweiligen Standort.

Übrigens: Zimmerpflanzen sind Staubfänger. Wer die Blätter regelmäßig reinigt, erhöht auch die mögliche Schadstoffaufnahme der Pflanzen.

Zimmerpflanzen im Schlafzimmer

Da Zimmerpflanzen in der Nacht Sauerstoff aufnehmen, werden sie für Schlafzimmer oft nicht empfohlen. Folgende Pflanzen eignen sich dennoch, da sie gut bei kühleren Temperaturen gedeihen und nachts Kohlendioxid aufnehmen:
  • Aloe barbadensis (Echte Aloe)
  • Sansevieria trifasciata (Bogenhanf)
  • Bromelien
  • Orchideen

Mit diesen Pflanzen schaffen Sie aber nicht nur im Schlafzimmer ein angenehmes Raum- und Wohlfühlklima.
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